Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Maria zu Weißdorf

Jahreslosung 2020: Ich glaube; hilf meinem Unglauben
(Markus 9,24)

  • Herbst 2020

    Hilfsbereitschaft—Solidarität – Gemeinschaft

    Pfarrerin Herma Teschke

    Hilfsbereitschaft, Solidarität, Gemeinschaft, drei Dinge, die radikal wegführen von Ich-Bezogenheit und Kommunikationslosigkeit, uns jedoch von unterschiedlichen Standpunkten und in verschiedenen konkreten Situationen immer wieder hinführen zur Frage:

    Wer ist mein Nächster?

    Und dies ist die gleiche Frage, die einmal ein jüdischer Gesetzeslehrer an Jesus gestellt hat. Jesus antwortet ihm auf seine Frage mit dem bekannten Samaritergleichnis aus dem Lukasevangelium 10, 25 – 37:

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    Ein Mann fiel unter die Räuber.
    Ein Priester und ein Tempeldiener kamen nacheinander des Weges, sahen den Überfallenen und gingen an ihm vorüber.
    Ein Mann aus Samarien, ein Samariter, kam ebenso vorüber, sah ihn, verband ihn, übergab ihn zur Pflege dem Wirt in der nächsten Herberge und übernahm dafür die Kosten.

    Am Schluss fragt Jesus den Gesetzeslehrer:
    „Wer von diesen Drei war für den Überfallenen der Nächste?“

    Jesus hat mit seiner Frage die Perspektive der Ausgangsfrage verändert.
    Nicht mehr:        Wer ist mein Nächster?
    Sondern:            Wie werde ich zum Nächsten für einen anderen?

    Worin liegt der Unterschied?

    Wer ist mein Nächster?
    Dahinter steht die Suche nach Verhaltensregeln, Normen und moralischen Prinzipien, vielleicht auch nach zuständigen Institutionen und nach Rechtfertigungen meiner üblichen Verhaltensweisen.

    Wie werde ich zum Nächsten für einen anderen?
    Diese Frage betrifft mich persönlich und veranlasst mich zum Handeln.
    Dabei geht es um mein eigenes Einfühlungsvermögen und mein persönliches Seh– und Hinhörvermögen.
    Ich sehe, höre und spüre, dass der andere mich jetzt braucht.
    Und ich stehe vor der Entscheidung:
    Wende ich mich ihm zu oder lasse ich es bleiben, helfe ich oder lass ich den Hilferuf an mir abprallen, überhöre ihn und gehe einfach weiter.
    Andern zum Nächsten werden, das beginnt schon mit der wachen Geisteshaltung, Solidarität und Hilfe gewähren zu wollen.
    Und dies bedeutet immer auch seine ganze Zuwendung, Zeit, Einsatz und
    Fürsorge dem oder den anderen zu schenken.

    Hände und Herz

    Wie werde ich zum Nächsten
    für einen anderen?

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie anderen in unserer Gemeinde, in Ihrem täglichen Umfeld und auch im ferneren Umkreis durch sehendes und hörendes und helfendes, menschlich mitfühlendes Begegnen zum Nächsten werden können.

    Jesus Christus selbst schenke Ihnen dafür Augen, Ohren und Herz, auch gerade jetzt in den Zeiten von Corona.
    Für-Sorge als Mit-Sorge, einfach so — einfach Ja, ich tu´s!

  • Sommer 2020