Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Maria zu Weißdorf

Jahreslosung 2021

Jesus spricht:
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist

(Lukas 6,36)

Impressum

  • Ostern 2021

     

    VERWANDLUNG  und   NEUWERDUNG

    trotz  Corona  —  OSTERN 2021

    Pfarrerin Herma Teschke

     

    Jesus Christus spricht:

    Fürchte dich nicht!
    Ich bin der Erste
    und der Letzte und der Lebendige. 

    Ich war tot, und siehe,
    ich bin lebendig von Ewigkeit
    zu Ewigkeit
    und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

    (Offenbarung 1, 17. 18)

    1-2021-Nachgedacht

    Das ist der Spruch zum Hochfest der Auferstehung Jesu Christi, auf das wir auch in diesem 2. Jahr der Pandemie wieder zugehen, durch den verlängerten Lockdown, durch die Passionswochen hindurch, mit ihren letzten drei heiligen Höhepunkten von Palmsonntag, Gründonnerstag und Karfreitag.

    Und dann?

    Die Verwandlung und Neuwerdung Jesu Christi zwischen Karfreitag und Ostermorgen, vom Kreuz auf Golgatha über die Grablegung hin zum Auffinden des leeren Felsengrabes.

    ER LEBT!

    Durch viel Leid, Anfeindung, Widerstände, Ängste und Ermordung ist er zu einer neuen Form des Lebens hindurchgedrungen: Jesus Christus.

    OSTERN – eine Offenbarung Gottes, die wir mit unserem Verstand nicht begreifen können, die jedoch für jeden, der glaubt, von immens zukunftweisender Bedeutung für ihn ganz persönlich ist: Vergebung der Sünden und Zugang zum ewigen Leben, - mit einem einzigen uralten Wort gesagt:  SELIGKEIT.

    Ein Mann, namens Johannes, verbannt auf der griechischen Insel Patmos, begegnet diesem Andersartigen.
    In einer Vision, die er in seinem Buch, - dem letzten Buch der Bibel -, aufgezeichnet hat, können wir nachlesen, wie er den Auferstandenen gesehen und erfahren hat:

    als eine überwältigende Erscheinung! Eine buchstäblich umwerfende Oster-Erfahrung!

    Mitten unter sieben goldenen Leuchtern sieht er ihn, bekleidet mit einem langen Gewand und um die Brust mit einem goldenen Gürtel gegürtet, sein Kopf mit Haaren wie weiße Wolle, seine Augen feuerflammengleich, seine Füße glühend wie erhitztes Golderz und seine Stimme vergleichbar einem großen Wasserrauschen. In seiner Rechten hält er sieben Sterne, aus seinem Mund geht ein scharfes, zweischneidiges Schwert. Sein Gesicht leuchtet hell wie die Sonne in ihrer ganzen Pracht und Kraft (Offenbarung 1, 12 – 17).

    Kein Wunder, dass Furcht und Schrecken den Seher Johannes überwältigen und zu Boden werfen. Diese Begegnung ist mit nichts und niemandem vergleichbar und darum beängstigend.

    Doch der furchterregende Unbekannte gibt sich sofort durch Zeichen und Rede zu erkennen. Tröstende Zuwendung durch Handauflegung und der uralte Zuruf: „Fürchte dich nicht!“

    Das ist immer das Codewort unseres guten und menschenfreundlichen Gottes.

    Auch viele von uns spüren Ängste aufgrund des gleichsam überall unsichtbar möglich lauernden Coronavirus-Feindes, und jetzt auch vor noch unbekannten Nebenwirkungen der Impfstoffe,- eingestanden oder uneingestanden-, angefangen von Verunsicherungen bis hin zu Panikattacken.

    Wer Angst um seine Existenz haben muss, als Geschäftsmann, selbständiger Handwerksmeister, Gastwirt, Arbeiter oder Angestellter, Alleinerziehende sieht sich geradezu lebensbedrohlichen, feindlichen Mächten ausgeliefert.

    Und es gibt auch die Ängste, Anforderungen nicht gewachsen zu sein, als Schüler und Auszubildende vor den Abschlussprüfungen nach einem so eingeschränkten Coronajahr mit seinen Lockdowns.

    Und dann sind da auch so manche Ängste um den Partner, die Kinder, die Enkel; oder Ängste vor dem rasenden Tempo der Digitalisierung, vor der immer mehr überbordenden Bürokratie in Gesellschaft und Kirche ... und letztlich die überhaupt grundlegende Angst, den Sinn des eigenen Lebens aus den Augen zu verlieren, nicht angenommen und geliebt zu sein.

    Zweifel, Niedergeschlagenheit, Depression, das Gefühl wie erschlagen zu sein, können uns wie in einem dunklen Tal dahinvegetieren lassen, - wie die vor Schreck und Angst zusammengebrochenen Soldaten oder wie die erschrockenen und trauernden Jünger an Karfreitag.

    Doch dann plötzlich, damals wie heute, der rettende Impfstoff, das wirkungsstarke Gegen(gift)wort, der hell tönende Signalruf von einem, der seit 2000 Jahren nicht tot zu kriegen ist:

    „Fürchte dich nicht! - ICH LEBE!

    Gott bleibt der tragende „Im-Puls“ allen Lebens, auch des meinen.

    Und ich glaube, dieser auferstandene Jesus kann, - wie ER sagt -,

    mit seinen Schlüsseln auch heute Grausames, Unbegreifliches, Hinfälliges, Abgestorbenes, Totes zu aufblühendem Leben neu aufschließen, - der kommende Frühling wird uns dies wieder hoffnungsvoll aufscheinen lassen, in Natur und auch in immer besser greifenden Maßnahmen gegen die Pandemie.

    Jesu Berührung und Wort mitten in den häufig unerklärlich schönen kurzen und längeren menschlichen Begegnungen meines Lebens, in ermutigenden und ermunternden, ehrlichen Worten und in „zufällig“ hilfreichen Umständen und im Beschreiten neuer Wege lassen mich schon jetzt, mitten in meinem Alltag immer wieder österliche Auferstehungs-Minifeste feiern.  –  Gott sei Dank!

    Ihnen allen ein Osterfest, an dem Sie in unseren Gottesdiensten
    Christi Kraft, Macht und Lebendigkeit spüren mögen!

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